Warum Digital Textiles?

Um Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette verfolgen zu können wird eine Möglichkeit der Datenaufnahme benötigt. Die ist bei Textilien aus mehreren Gründen problematisch: so werden Textilien oftmals zunächst kontinuierlich als Endlosware produziert, dann in Batches verarbeitet und schließlich zu Einzelprodukten gefertigt. Dies erschwert die Nachverfolgbarkeit.

Weiterhin ist es heute nicht möglich, Nutzung- und Zustandsdaten von Textilen zu erfassen. Das ist vor allem vor dem Hintergrund des Recyclings kritisch, da so jedes Textil einzeln durch Experten begutachtet und ein individueller Recyclingfahrplan erstellt werden muss.

Intelligente Textilien für die Zukunft

Daher werden im Modul M4 Digital Textiles Produktionstechnologien zur Herstellung von digitalen bzw. smarten Textilien entwickelt und etabliert. Für dieses Modul steht die Weiterentwicklung der Produktionstechnologien mit Blick auf eine ganzheitliche Wertschöpfungskette im Fokus. Aus modularen Produktionsanlagen (z.B. Stick- und Druckmaschinen zur Leiterbahnherstellung, Pick&Place Maschinen zur Applikation von Elektronikkomponenten) werden flexible Produktionslinien gebildet, die über eine digitale Produktionsplattform miteinander kommunizieren. Die Plattform wird darüber hinaus dazu verwendet werden, Nutzer und Designer von Digital Textiles zu verbinden und so einen datengetriebenen Produktdesignprozess zu etablieren.

Neben den Produktionstechnologien werden darüber hinaus zeitlich veränderliche Textilien (z.B. durch den Einfluss von Wärme oder Feuchtigkeit) – sogenannte 4D-Textilien – Forschungsgegenstand dieses Moduls.